Drei Engel sollen die Straßen Pueblas bei ihrer Gründung sorgsam mit einer Kordel vermessen haben, daher trägt die Stadt auch den Beinamen Puebla de los Ángeles. Noch heute ist das im zentralmexikanischen Hochland gelegene Puebla, das sich rund 150 Kilometer östlich von Mexiko-Stadt befindet und 1545 zum Bischofssitz erhoben wurde, vom Katholizismus geprägt.

Das ehemalige Kloster Santa Rosa, das heute als Kulturzentrum dient und Anlaufstelle für Kunstliebhaber sowie Hobbyköche ist, widmete sich Zeit seines Bestehens auch weltlichen Genüssen. In der Klosterküche von Santa Rosa sollen einige bedeutende Delikatessen der Region erfunden worden sein, von den Chiles en nogada (gefüllte Paprika) bis hin zur Mole poblano (Truthahn-Sauce). Die weitläufige Küche mit den noch erhaltenen Schüsseln und Tongefäßen steht heute Besuchern zur Besichtigung offen und beeindruckt außerdem durch ihre kunstvollen Talavera-Kacheln.

Die Kachelherstellung hat in Puebla eine Jahrhunderte lange Tradition. Die Talavera-Kacheln sind nach der spanischen Stadt benannt, aus der die Kolonialisten ihr Handwerk mit nach Mexiko brachten. Die kunstvollen Kacheln finden sich ebenso an den Hausfassaden des historischen Stadtzentrums, das im Jahr 1987 in die Weltkulturerbeliste der UNESCO aufgenommen wurde. Eine Sammlung wertvoller Kacheln aus den letzten vier Jahrhunderten können Besucher im Museo Bello besichtigen.

Die am zentralen Platz (Zócalo) gelegene Kathedrale von Puebla stammt aus dem Jahr 1588. Das im Barockstil gebaute Gotteshaus beherbergt zahlreiche Kunstschätze, wie etwa die mit Blattgold bedeckten Altäre, Engel- und Heiligenfiguren aus Onyx oder die kostbaren Marmorböden. Auch die Kirche Santo Domingo mit ihrer im Jahr 1690 errichteten Rosenkranzkapelle erscheint im kolonialen Glanz und beeindruckt mit vergoldetem Schnitzwerk und Stuck sowie der mit Blattgold verzierten Kuppel.

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Ein weiterer Prachtbau, der vom Reichtum vergangener Zeiten zeugt, ist die Casa de Déan. Tomás de la Plaza, der von 1564 bis 1589 als Dekan der Kathedrale von Puebla tätig war, ließ sich diesen Prachtbau errichten. Besucher können hier noch heute die Renaissance-Fresken bewundern, mit denen der Dekan das Gebäude schmücken ließ.

Bücherliebhaber sollten sich die Biblioteca Palafoxiana nicht entgehen lassen, die sich direkt hinter der Kathedrale befindet und zu den ältesten Bibliotheken des amerikanischen Kontinents zählt. Der Bischof Don Juan de Palafox y Mendoza stiftete der Stadt im 17. Jahrhundert seine umfangreiche Sammlung aus rund 50.000 bibliophilen Schätzen, die Besucher im prachtvollen Bibliotheksmuseum mit seiner Einrichtung aus dem 18. Jahrhundert besichtigen können.

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